Forschen und darstellen: Dr. Axel Doßmann

Medialisierungen des Bösen: ein Material- und Lehrbuch
Eine Kooperation des Lehrstuhls für Geschichte in Medien und Öffentlichkeit mit dem Lehrstuhl für Mediengeschichte der Universität Siegen / Prof. Dr. Susanne Regener und Spector Books Leipzig / Prof. Markus Dreßen (Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig), Anne König und Jan Wenzel.

Projektleitung: Dr. Axel Doßmann
Laufzeit: 2013-2017
gefördert von Dr. Christiane und Dr. Nicolaus-Jürgen Weickart

in Vorbereitung, erscheint im Sommer 2017:

Axel Doßmann / Susanne Regener
Fabrikation eines Verbrechers
Der Kriminalfall Bruno Lüdke als Mediengeschichte

Bruno Lüdke wurde – fälschlich – als der „größte Massenmörder in der Kriminalgeschichte“ bezeichnet. Der im Nationalsozialismus geheim gehaltene Fall bot seit den 1950er Jahren Stoff für Enthüllungsgeschichten und filmische Fiktionen. Die Akteure beriefen sich auf die Wahrheit der Archivakten: medizinische Gutachten, Protokolle der Polizei, Fotografien, Körperabformungen und Lüdkes Sterbeurkunde.

Dieses Buch entwirft zu den wissenschaftlichen und populären Imaginationen vom Bösen eine Medien- und Wissensgeschichte vom 19. Jahrhundert bis in unsere Gegenwart. Analysiert werden stereotype und rassistische Menschenbilder, Visualisierungen des Verbrechers als Typus, Wahrheits- und Trophäenproduktionen und die vergangenheitspolitischen Dimensionen von Medienpraxis.

„Fabrikation eines Verbrechers“ demonstriert wissenschaftliches Denken dicht am Material, theoretisch und methodisch transparent – für eine zeitgemäße historische, politische und ästhetische Bildung.


bisherige Veröffentlichungen zum Thema u.a.:

• „B.L. – Wiedervorlage einer Mordsache“
Radiofeature von Axel Doßmann und Davide Tosco (SWR 2011)
Das Hörstück inszeniert Archivdokumente und Interviews zum Umgang mit Verbrechen im 20. Jahrhundert.
Feature Hören

www.dradio.de


• Axel Doßmann, Susanne Regener: Schauen Sie mal böse! Vor fünfzig Jahren hatte „Nachts, wenn der Teufel kam“ Premiere
die tageszeitung vom 8./9.  September 2007

Record & Play 
Zeugenschaft, historische Hörerfahrungen und akustische Repräsentation von Geschichte

• online-Portal "hören und begreifen" über frühe Audioaufzeichnugen mit Überlebenden der nationalsozialistischen Verfolgung. Eine Kooperation mit der Bundeszentrale für Politische Bildung und dem Europäischen Kolleg Jena

• 7./8. Juli 2016 in Jena:
Workshop "70 Jahre nach Boders Interviews: Erfahrungen nationalsozialistischer Verfolgung für die Gegenwart begreifbar machen"
Konzept und Programm


in Vorbereitung:

• Aufsatz zu den akustischen Dimensionen von Protestkulturen im Kommunismus
in: Zeithistorische Forschungen / Studies in Contemporary History (2016)

bereits veröffentlicht:
• Axel Doßmann, „Wir sind das Volk!“. Von der Stimmgewalt im Herbst 1989 - und von Volker
in: Gerhard Paul, Ralph Schock (Hg.), Sound des Jahrhunderts. Geräusche, Töne, Stimmen 1889 bis heute, Bonn 2013, S. 518-523.
bestellen
erneut im Wallstein-Verlag in: Gerhard Paul, Ralph Schock (Hg.), Sound der Zeit. Geräusche, Töne, Stimmen – 1889 bis heute, Göttingen 2014, S. 499-504. bestellen

Axel Doßmann, Völkerschlachtgedenken und Zeppelinkult, WDR 2013
Beitrag zum Radiotag „Neunzehnhundertdreizehn“ des WDR3
Beitrag hören

• „B.L. – Wiedervorlage einer Mordsache“ (49 min)
Hörstück von Axel Doßmann und Davide Tosco, SWR 2011
Feature Hören
www.dradio.de

• Beratung für „Buchenwald-Kinder. Eine Hörinstallation an drei Orten“
Eine Ausstellung der Stiftung Gedenkstätte Buchenwald und Mittelbau Dora zum 11. April 2010
kuratiert von Harry Stein und Sabine Stein
Heft zur Installation

• „Zukunft der Erinnerung. Junge Europäer begegnen letzten Opfern des Nationalsozialismus“ (30 min)
Regie: Beate Ziegs, Deutschlandradio Kultur 2007
www.dradio.de

Die Bilder des Fotografen Rudolf Breslauer aus dem Lager Westerbork.
Studien zur visuellen Kultur der Shoah

bereits erschienen:
•­ Axel Doßmann, Häftlingsbilder verstehen. Harun Farockis Montagen mit Filmmaterial aus dem NS-Lager Westerbork, in: Fotogeschichte Jg. 32 (2012), Heft 125  (Themenheft: Fotografie und Gewalt), S. 49-60.

in Vorbereitung:
•­ Die Filmaufnahmen aus dem „Judendurchgangslager“ Westerbork. Zur Aneignung vergangener Zukunft in Harun Farockis Film „Aufschub“,
in: Harun Farocki, Aufschub. DVD und Begleitbuch, hg. von Florian Krautkrämer, Berlin (Verlag Vorwerk 8), 2017.

•­ Aufsatz zur Rezeptionsgeschichte der Filmfragmente aus Westerbork, 1944-2014

Geschichte im Internet: Digitale Tools zur Quelleninterpretation
Ein Modellprojekt
Erarbeitungszeitraum 2009-2011, Workshops 2011 ff.

Auftraggeber: Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“
Idee und Gesamtleitung: Uta Gerlant, Stiftung EVZ
Konzept: Dr. Axel Doßmann (FSU Jena), Stefan Gehrke, Uta Gerlant (Stiftung EVZ), Ina Schacht (finedesign)
Texte und Recherchen: Dr. Axel Doßmann (FSU Jena)
Designkonzept und Realisation: finedesign – Büro für Text & Gestaltung, Berlin


Das Ergebnis dieser Kooperation ging November 2011 online:
www.mit-stempel-und-unterschrift.de. Das Portal der Stiftung EVZ wurde im Juni 2012 als eines von insgesamt acht didaktischen Multimediaprodukten im Bereich der historischen und politischen Bildung mit dem europäischen COMENIUS EduMedia-Siegel ausgezeichnet.

Bei Interesse für Workshops mit Schülern, Studierenden und Lehrenden wenden Sie sich bitte an Uta Gerlant (EVZ) oder Dr. Axel Doßmann (FSU Jena).

Flyer zum Download

Das Internetportal unterstützt forschendes Lernen zum Thema der NS-Zwangsarbeit. Ob jemand nach Zwangsarbeitern aus einem bestimmten Land, nach einem Einsatzort in der Nähe des eigenen Wohnortes oder sich für einzelne Schicksale interessieren – das Portal bietet für das deutende Befragen von Quellen stets wichtige historische Kontexte, erörtert Details, wirft Fragen auf, lenkt Aufmerksamkeit auf gesellschaftspolitische Probleme und fördert dabei methodisches Wissen und medienpraktische Kompetenzen.

Drei von 30 Lehr- und Lernmaterialien des Portals zum Download:
04_Schleifen für den Endsieg_1941.PDF
23_Ich weiß und kann bezeugen, dass_2000.PDF
30_Ich kenne ein Dorf im Thüringer Land_1945.PDF

Bei aller Vielfalt der Dokumente, eines haben die ausgewählten historischen Quellen gemeinsam: sie alle dienten ab dem Jahr 2000 als Beweise oder Belege in Anträgen auf Entschädigung von Zwangsarbeit an die Stiftung EVZ.

Mehr zum Konzept: www.lernen-aus-der-geschichte.de sowie auf
www.mit-stempel-und-unterschrift.de

Das „extreme 20. Jahrhundert“ und seine Folgen für Stadt- und Gesellschaftsgeschichte und regionale Geschichtskulturen

Geschichte des 20. Jahrhunderts „vor Ort“ in Jena und Umgebung zu erforschen, das umfasst neben umsichtiger historischer Quellenarbeit zur nationalsozialistischen und kommunistischen Gesellschaft auch die Analyse medialer Repräsentationen mit Bezug auf das „extreme 20. Jahrhundert“ (Eric Hobsbawm) sowie das selbstkritische Erproben öffentlichkeitswirksamer Darstellungsformen. Auf welche Weisen zeigen sich die langfristigen geschichtskulturellen Wirkungen des 20. Jahrhunderts bis in unsere Gegenwart? Wie lassen sich historisches Wissen über menschenfeindliche Ideologien und Gewalt angemessen mit Fragen und Analysen zur Gegenwart verbinden im Sinne eines reflektierten Geschichtsbewusstseins? Was heisst historisches Lernen an der Geschichte des 20. Jahrhunderts für Geschichte in Medien und Öffentlichkeit im jungen 21. Jahrhundert?


seit 2011:
• Fachberatung für die städtische Geschichtskultur Jenas in der Kommission für den Kulturausschuss der Stadt Jena für das „Konzept für den Umgang mit lokaler NS-Geschichte der Stadt Jena“

in Vorbereitung:
• Beiträge über Denkmäler zur Gewalt- und Protestgeschichte des 20. Jahrhunderts in Jena, erscheinen im Lexikon zur Jenaer Stadtgeschichte

Veröffentlichungen und Veranstaltungen:
Versteinertes Gedenken. Zur Geschichte und Gegenwart von Denkmälern für die Opfer des Nationalsozialismus in Jena,
in: Marc Bartuschka (Hg.),Nationalsozialistische Lager und ihre Nachgeschichte in der Stadtregion Jena. Antisemitische Kommunalpolitik – Zwangsarbeit – Todesmärsche, Jena 2015, S. 325-369.

• Öffentliche Sinngebung, nationale Mobilisierung, politische Umdeutung: Jenas Denkmäler an den Ersten Weltkrieg
in: Birgitt Hellmann, Matias Mieth (Hg.), Heimatfront. Eine mitteldeutsche Universitätsstadt im Ersten Weltkrieg (Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung), Jena 2014, S. 333-352.

• „Jena im Film“: Jenaer Stadtgeschichtstag 2013
Kooperation und Recherchen mit dem Jenaer Stadthistoriker Dr. Rüdiger Stutz u.a. für den 5. Jenaer Tag für Stadtgeschichte am 30. November 2013

• Film- und Gesprächsreihe „Rechtsextremismus im Film“
Mai bis Juni 2012
Download des Gesamtprogramms als PDF


Insbesondere dokumentarische Filme über Neonazis und rechte Gewalt haben große Debatten ausgelöst – und wurden doch oft von nur Wenigen gesehen. Welche Darstellungsformen haben Filmemacher für ihre Geschichte(n) von rechtsextremer Gewalt und Neonazis gewählt? Was macht(e) einige der Filme so umstritten? Welche historischen Einsichten bieten sie heute? Was hat die Konzepte der Filmemacher motiviert, wie denken sie heute über den gesellschaftlichen Umgang mit ihren Filmen?

Die fünf Filmabende sowie die anschließenden Gespräche mit Regisseuren und Filmkritikern im Jenaer „Kino im Schillerhof“ fanden insgesamt über 400 Besucherinnen und Besucher.

Eine Veranstaltung des Lehrstuhls für Geschichte in Medien und Öffentlichkeit in Kooperation mit der Landeszentrale für Politische Bildung Thüringen, dem Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts und der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora.